The Lifestyle Truth

Warum beonLife?
beonLife ist ein Kunstwort, was aus den Silben (to) be - on - Life besteht und bedeutet "im Leben stehend".
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Hanf – Kulturpflanze im Trend

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Botanisch ist der Hanf mit dem Hopfen verwandt und so wurde er auch früh zum Bierbrauen verwendet. Allerdings hat ihn die konservierende Wirkung von Hopfen beim Bier verdrängt und letztendlich hat auch das deutsche Reinheitsgebot dazu beigetragen, dass Hanf hierzu nicht oder nur in Nischen Verwendung findet.
Hanf wächst schnell, wird bis zu 4m hoch und stellt keine allzu großen Anforderungen an den Boden. Seine natürlichen Abwehrstoffe gegenüber Schädlingsbefall macht Pflanzenschutzmittel überflüssig. Die Abwehrstoffe sind die ca. 65 bekannten Cannabinoide, von denen das THC (Tetrahydrocannabinol) und das CBD (Cannabidiol) am Häufigsten enthalten sind und für die psychoaktive Wirkung verantwortlich gemacht wird.
Am 17.12.1924 beschlossen die Teilnehmer der Genfer Opiumkonferenz Hanf unter die gleiche strenge Aufsicht zu stellen, wie Opium, Morphium, Heroin und Kokain. Seit 10.12.1929 steht in Deutschland der Cannabisbesitz unter Strafe. Seit 1985 setzte aber ein immer stärker werdender Hanfboom ein, der 1992 zur Gründung eines Hanfverbandes führte, der Hanf als Nutzpflanze fördern möchte.
Hanftaue waren allerdings in der Schifffahrt nie verschwunden, da Hanf hier auch nass eine hohe Griffigkeit aufweist und eine hohe Nass-Reißfestigkeit besitzt.

Als Nutzpflanze sind zumindest die THC armen Hanfsorten wieder stark im Kommen und aus medizinischer Sicht ist auch der Anbau von THC haltigen Sorten für viele Patienten eine große Hoffnung.

Der Anbau von Hanf bringt dem Landwirt folgende Vorteile:
• Unkrautbekämpfung ist nicht nötig, da der Hanf so dicht und schnell wächst, dass er alle Unkräuter verdrängt
• Hanf verbessert die Bodenqualität, ist eine gute Vorfrucht und ist sehr gut selbstverträglich, kann also mehrfach hintereinander angebaut werden
• Die Stroh-Reststoffe sind ein wertvoller organischer Dünger
• Guter Deckungsbeitrag bei Nutzung von Stroh und Korn
• Bei Hanf sind im Grunde alle Pflanzenteile ungiftig und für Mensch und Tier nutzbar


Wichtige Einsatzgebiete von Hanf sind derzeit:
• Faserproduktion zur Herstellung einiger Bekleidungsartikel, z.Zt. allerdings meist in Kombination mit Baumwolle – Hanf besitzt eine hohe Saugfähigkeit, eine gute Durchlässigkeit für Schweiß und wird nicht von Motten oder anderen Schädlingen heimgesucht.
• Dämmmaterial in der Automobilindustrie und im Hausbau
• Papierherstellung aufgrund seines niedrigen Ligningehaltes. Da es zudem sehr hell ist, ist auch eine Chlorbleiche nicht nötig.
• Tiereinstreu


Hanf ist also in vielerlei Hinsicht ein idealer Werkstoff und vielleicht war das auch der Grund, warum wir nun mindestens 60 Jahre Know How im Umgang mit Hanf kompensieren müssen.
Die erste Levis Jeans war aus Hanffaser und sie war dadurch sehr widerstandsfähig gegenüber Verscheiß, sehr trageaktiv, feuchtigkeitsregulierend und ist zudem nicht leicht entzündbar. Auf für Militärkleidung möchte man meinen, dass Hanf hier in Kürze wieder die Baumwolle verdrängen wird.
Die Düngemittel- und Herbizid- produzierende Industrie wird das nicht gerne hören, zumal bei Hanf auch viel weniger bis keine Bleichmittel benötigt werden. Ein schlechtes Geschäft ...?
Zumindest den Tragekomfort und die Bio-Zertifizierung, sowie die schadstoffarmen Bekleidungen werden viele Verbraucher schätzen.

Gerade für arme Länder mit wenig Wasser Ressourcen dürfte Hanf aber das Mittel der Wahl sein, die oftmals am Boden liegende Textilindustrie mit einheimischem Fasermaterial wieder ins Leben zu rufen.

In einer Studie chinesischer Wissenschaftler stellte sich heraus, dass der Stoff aus Hanf bis zu 95 % der UV-Strahlung abfangt und ein durchgehender Stoff wie eine Plane sogar bis zu 100 %. Des Weiteren wurde die Hanffaser auf seine Hitzebeständigkeit getestet und man stellte fest, dass man diese bis 370° C erwärmen kann ohne das eine Verfärbung sichtbar wird. Erhöht man die Temperatur auf 1000° C verkohlt zwar der Stoff doch er entflammt nicht.

Feinste Hanffasern erhält man durch Kotonisierung der Bastfasern, durch Kochen mit Natronlauge, Soda oder Kalklauge oder durch enzymatischen Aufschluss. Letzterer ist deutlich Faser schonender. (Google Books)

Das weltweite Verbot von Cannabis geht auf eine Intervention der USA in den 30er Jahren zurück. Die Vermutung liegt nahe, dass es seiner Zeit ausschließlich um industrielle Gründe zu Gunsten der Baumwolle ging. Die Hanfpflanze (Cannabis) hat neben pharmazeutisch wirksamen Substanzen auch ein beträchtliches Potential als Faserlieferant und so bleibt der Kampf zum Einsatz des Cannabis mühsam.

Ein an Aids erkrankter 45-jähriger Mann aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen hat vor Gericht durchgesetzt, dass der Besitz von Haschisch und Marihuana zur Selbstmedikation für ihn straffrei bleibt.

Die Berufungskammer am Landgericht München II stellte das Verfahren ein. "Damit hat erstmals in Bayern ein Gericht anerkannt, dass jemand Cannabis aus medizinischen Gründen braucht", sagte der 45-Jährige erfreut.

Nachtrag: Mittlerweile gibt es Cannabis auf Rezept, doch der nächste Ärger steht bereits vor der Tür. Die Krankenkassen wollen nicht zahlen und die Apotheken haben mit Lieferengpässen zukäpfen.
https://www.tagesschau.de/inland/cannabis-rezept-101.html


Natürlich bedeutet das nicht, dass über Nacht der Hanfanbau freigegeben wird und der Besitz von Cannabis Produkten legalisiert wird.... aber ein weiterer Schritt zur Nutzung des Hanfs als Heilpflanze ist damit aus meiner Sicht getan...

Ganz nebenbei gibt es zig Hanfsorten, bei denen der THC Gehalt (Tetrahydrocannabinol), der für den Rausch zuständig ist, äußerst gering ist. Damit kann dann diese Hanfart auch für Schiffstaue und Textilien eingesetzt werden.
Besonders als Textil hat Hanf wertvolle Eigenschaften, die ihn sogar der Baumwolle überlegen machen.

1.) keine Pestizide nötig... Hanf wächst einfach so
2.) dadurch sind die Textilien pestizidfrei!!!
3.) braucht weniger Wasser ... für trockene Länder wie für Indien wäre das ein Segen
4.) hat ein hervorragendes Wasseraufnahmevermögen und ist sehr hautfreundlich
5.) ist strapazierfähiger als Baumwolle

Leider darf aber bis dato keine medizinische Anwendung Cannabisprodukte mit hohem THC Gehalt nutzen. "Dronabinol" ist ein pharmazeutisches Präparat, das synthetische Cannabinoide enthält und mittlerweile in mehreren Ländern verschrieben werden darf.

Literatur:

http://www.hanfheilt.de/artikel/rechtslage

http://www.grenzenlos.net/archiv_new/jun_jul05/Hanf.htm

http://www.hanfhaus.de/ueber-hanf-allgemein-i-1.html

http://www.bmg.bund.de

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